Erstellt am Dienstag, 11. Juli 2017 8:52 von Redaktion

Die fabelhafte Welt der Papierveredelungen: Prägung

Vereinfacht gesagt, ist die Prägung die Schwester des Relieflacks. Wo der Relieflack  als Lackschicht in die Höhe wächst, beweist die Prägung in der Regel Tiefgang. Bei der Prägung Papier wird das Papier zwischen eine Prägeform, einer sogenannten Matrize, und einer Gegenform, einer sogenannten Patrize, gelegt und mithilfe von Druck verformt. Hört sich nicht unbedingt schön an, sieht aber ziemlich gut aus. Manchmal kommt noch Hitze dazu, da zum Beispiel der Prägestempel erwärmt ist. Beim Relieflack wird das Papier selbst hingegen nicht verformt, da bei dieser Veredelung ausschließlich eine dicke Lackschicht aufgetragen wird.

Prägung, Refliefprägung, Veredelung, Druckveredelung, Papierveredelung

Doch Prägung ist nicht gleich Prägung. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Printprodukt mit einer schicken Prägung zu veredeln. Wir möchten hier einige Prägungen vorstellen. Was jedoch für alle Prägungen im Druck gilt: Optisch und haptisch ansprechend ist jede einzelne Papierveredelung, jede auf ihre ganz spezielle Weise. Und je edler das verwendete Papier, desto edler wird letztlich auch das Endergebnis sein. Es ist übrigens auch möglich, die Prägung des Papiers mit farbigen Folien zu kombinieren. Dann erscheint zum Beispiel das Logo nicht nur in lässiger 3D-Optik, sondern bekommt auch gleich einen schicken Farb-Anstrich.

Dreidimensional: Reliefprägung

Die Reliefprägung betört den Betrachter durch ihre Dreidimensionalität. Wer seine Drucksachen damit veredelt, dem ist die Aufmerksamkeit gewiss. Der Bedruckstoff wird einerseits verformt, das Fasergefüge an den Kanten wird zusätzlich gedehnt und der Schriftzug beziehungsweise das Motiv erlangt die gewünschte plastische 3D-Wirkung. Die Reliefprägung kann sowohl als Blindprägung daherkommen als auch als Folienprägung. Auf diese beiden Prägungen gehen wir gleich ausführlich ein.

Edel: die Blindprägung

Die Blindprägung ist ein echter Klassiker unter den Prägungen, da sie die älteste Prägung im Druck darstellt. Diese farblose Prägung – aus diesem Grund wird sie auch Blindprägung genannt – bietet Understatement pur und kommt dank ihrer vornehmen Zurückhaltung vor allem auf matten Papieren wunderbar zur Geltung. Die Blindprägung ist die Reduzierung aufs Wesentliche, diese dürfte somit auch den Veredelungs-Puristen vollends entzücken. Reduzierung aufs Wesentliche ist hier übrigens das Stichwort: Eine Folie oder Ähnliches wird hier nicht benötigt. Es wird lediglich auf das zurückgegriffen, was ohnehin schon vorhanden ist: das Papier. Und dieses wird auf höchst elegante Art und Weise verformt. Die Blindprägung wird gerne für Buchcover und hochwertige Broschüren verwendet.

Prägung, Blindprägung, Veredelung, Druckveredelung, Papierveredelung Prägung, Blindprägung, Veredelung, Druckveredelung, Papierveredelung

Dass das Papier beim Prägen eine gewisse Stärke aufweisen muss, sollte klar sein. Ein zu dünnes Papier würde dem Stempel nicht standhalten und könnte zum Beispiel reißen. Wer sich für die Blindprägung entscheidet, muss außerdem wissen, dass die Prägung auf der Rückseite des Papiers sichtbar ist, allerdings in seitenverkehrter Ausführung.

Beliebt: die Folienprägung

Zur Folienprägung zählt die allseits beliebte Heißfolienprägung. Wie der Begriff schon andeutet, geht es bei der Heißfolienprägung richtig heiß her. Auf den Bedruckstoff wird eine Folie aufgelegt – etwa eine Gold- oder Silberfolie– und mittels Hitze und Druck aufgebracht. Da man in der Regel nicht möchte, dass der Flyer, die Karte oder die Katalogseite komplett mit einer Goldfolie bedeckt ist – sonst hätte man sich die ganze Grafik und den Text schließlich sparen können, der dann verdeckt wäre – wird die Folie partiell eingesetzt, eben wie ein Schmuckstück. Und dazu ist wieder ein Stempel nötig, der nur soviel von der Folie ablöst wie gewünscht. Auf Weihnachtskarten prangen dann zum Beispiel goldene Glocken oder silberfarbene Engel. Wie sehr die Folie „aufträgt“ ist unterschiedlich, von Heißfolienflachprägung bis Hochprägung ist alles möglich. Auch in Sachen Winkel ist hier vieles möglich, das heißt von abgerundet bis eckig.

Prägung, Heißfolienprägung, Glanzfolienprägung, Veredelung, Druckveredelung, Papierveredelung

Die Heißfolienprägung kommt auch häufig bei exklusiven Parfumschachteln oder Schokoladenverpackungen zum Einsatz, kein Wunder, schließlich ist auch Erstgenannte eine Exklusiv-Veredelung. Wem der Metallic-Look nicht zusagt, wählt einfach eine andere Folie. Von den Herstellern werden zum Beispiel auch Farb-, Transparentlack– oder holografische Prägefolien angeboten. Wer möchte, dass sein Logo blau hervorgehoben wird, für den ist eine blaue Folienprägung das Nonplusultra. Die Heißfolienprägung eignet sich auch für detaillierte Motive hervorragend.

Robust: Grobleinenprägung

Die Grobleinenprägung zählt zu den Strukturprägungen. Hier wird nicht nur ein kleiner Ausschnitt mit einer Prägung versehen, sondern gleich die ganze Seite, also vollflächig. Auch das „Motiv“ steht bei der Grobleinenprägung schon fest: eine edle Leinenstruktur. Auf den Bedruckstoff wird eine matte oder glänzende Folie aufgelegt, welche mit einer Walze eingepresst wird. Dadurch erlangen die Bücher, Broschüren oder Ordner eine edle Leinenstruktur. Apropos Ordner: Diese altbekannten Ordnungshelfer weisen häufig eine Leinenstruktur auf. Am besten gleich mal einen Blick in den Schrank werfen.

Die Leinenprägung bietet einerseits einen Eyecatcher und andererseits macht diese – dank aufgepresster Folie – das Druckprodukt robuster – ideal für Speisekarten. Gut zu wissen: Wer es lieber fein bevorzugt, wählt statt der Grobleinenprägung einfach die Feinleinenprägung. Hier ist die Leinenstruktur eine Spur feiner. Wem das nicht fein genug ist, entscheidet sich indessen für eine Granulat-Prägung. Diese sandige, dezente Strukturprägung wird in Glänzend und Matt angeboten. Den besten Scheuerschutz bietet die glänzende Granulat-Prägung.

P.S. Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, was es mit der Haptik auf sich hat, sollten Sie unbedingt einen Blick auf diesen Blogartikel werfen :“Haptik: Die Hände lesen mit

 

Einsatzgebiete:

  • Visitenkarten
  • Bücher
  • Flyer
  • Gutscheine
  • Urkunden
  • Grußkarten und Postkarten
  • Broschüren, Magazine
  • Kataloge
  • Mappen
  • Ordner
  • Verpackungen

Die Vorteile:

  • angenehme Oberfläche
  • aufmerksamkeitsstark
  • vielfältig einsetzbar
  • Edellook und Edelhaptik

Bei uns können Sie:

 


Hier noch ein frühere Blogartikel zum Thema Prägung: Papier mit einer besonderen Haptik – Teil 2: Prägung“ . Viel Spaß beim Lesen!


Quellen:
– http://www.veredelungslexikon.htwk-leipzig.de/de/veredeln-durch-umformen/praegen/
– https://de.wikipedia.org/wiki

 


2 Kommentare

  1. Thomas Grainer

    Toller Artikel mit tollen Infos. Ich bin immer auf der Suche nach neuen und interessanten Druck- und Papierformen. Eine gute und hochwertige Prägung kann einem Flyer oder einem Mailing das gewisse Etwas verleihen und hebt sich so vom Einheitsbrei ab. Für meine Mailings habe ich bis jetzt immer oft ansprechenden und teils ungewöhnliche Farben gesetzt Inspiration habe ich mir dabei hier (https://www.brief-huellen.de/inspiration/color-space) geholt. Eine Folien- oder Reliefprägung werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

  2. Sehr gelungener Artikel! Eine Prägung kann Drucksachen wirklich sehr aufwerten. Besonders Blindprägungen in Kombination mit schlichtem Design gefällt mir sehr gut. Das wirkt sehr edel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Neueste Artikel

Die fabelhafte Welt der Papierveredelungen: Sonderfarben Veredelungen

Sonderfarben sind die Extravaganten unter den Druckfarben. Bei Sonderfarben handelt

weiterlesen

„eigenleben“ der Klara-Oppenheimer-Schule Würzburg gewinnt bayerischen Schülerzeitungspreis „Blattmacher“

„eigenleben“ – Ein Design-Projekt der Berufsschulklasse unseres Auszubildenden zum Medienkaufmann:

weiterlesen

Und fertig ist der Lack! Die unterschiedlichen Drucklacke – Thermolack

Hitzkopf? Chamäleon? Der Thermolack ist beides! Denn der extravagante Effektlack

weiterlesen
Top Artikel

Die 10 Gebote der Schriftauswahl

Comic Sans. Muss man mehr sagen? Wenn Sie nicht zufällig

weiterlesen

Wie viel Kreativität darf es sein? 14 Beispiele für gelungene Bewerbungen

Gerade für Kreative ist es eine schwierige Frage: Gestalte ich

weiterlesen

Schwarz oder Tiefschwarz — Schwarz in den Druckdaten richtig anlegen

Schwarz ist doch schwarz, oder nicht? Ja, aber es gibt

weiterlesen