Erstellt am Dienstag, 8. März 2016 12:15 von Redaktion

Pappkamerad: Ein Zelt aus Karton

Zelt und Karton? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wie sieht es nach einem heftigen Regenschauer aus? Bleibt danach nicht mehr übrig als ein nasser Kartonklumpen? Fragen über Fragen. Und das Beste: Hier kommen die Antworten.

Zelt aus Karton

Bild: www.kartent.nl; Bildquelle: http://websta.me/p/1176850496490559549_2064926013

Beginnen wir mit der Idee. Für viele sind Festivals die Highlights des Jahres. Tage voller Musik, feiernder Menschen und natürlich jeder Menge Alkohol. Letztgenannter scheint einige Besucher auch ihre gute Kinderstube vollends vergessen zu lassen, denn nach Festivalende kommt das Gelände eher einer Müllhalde gleich. Wo vorher noch grünes Gras zu sehen war, ist der Boden übersät mit Abfall – und achtlos liegengelassenen Zelten. Zu den Fakten: Jeder vierte Festivalbesucher nimmt sein Zelt nicht wieder mit nach Hause, gemäß dem Motto: Nach mir die Sintflut.

Umweltfreundlich

Die niederländische Firma KarTent hatte offenbar Mitleid mit der Natur. Sie entwarf ein Zelt, das aus einem einzigen Material besteht: Karton. Daher auch der Name KarTent. „Kar“ steht für Karton und das englische „Tent“ für ‚Zelt’. Das Zelt lässt sich vollständig recyceln und erhält ein neues Leben, zum Beispiel als Schulbuch, Schuhschachtel, Toilettenpapier und vieles mehr. Konventionelle Zelte bestehen nicht nur aus umweltbelastendem Kunststoff, sondern darüber hinaus aus bis zu 30 unterschiedlichen Materialien, was das Recycling zusätzlich erschwert.

Zelt aus Karton

Bild: www.kartent.nl; Bildquelle: http://websta.me/p/1092002772759337674_2064926013

My tent is my castle

Zwei Personen finden im Pappzelt bequem Platz. Und alle Langschläfer werden ebenfalls die größte Freude daran haben, denn der Karton schirmt das Sonnenlicht perfekt ab, weshalb es einerseits schön dunkel ist und andererseits temperaturtechnisch angenehmer zugeht. Auch in puncto Gemütlichkeitsfaktor überzeugt das Zelt auf der ganzen Linie und erinnert an die Heimeligkeit eines Bauernhofes.

Kaufen an sich kann man das Zelt leider nicht. Das wäre aufgrund des Formats von 2,4 x 1,6 Metern (im zusammengefalteten Zustand) versandtechnisch zu teuer. Man „kauft“ das Zelt zusammen mit dem Ticket und es ist eher eine Art Leihgebühr. Und so funktioniert’s: Man bestellt das Zelt direkt auf der Festival-Website. Dieses wird dann auf das Geländer geliefert und aufgestellt, das heißt um den Transport muss man sich nicht kümmern. Nach dem Festival wird das Pappzelt automatisch entsorgt und geht in den Recyclingprozess ein.

Zelt aus Karton

Bild: www.kartent.nl; Bildquelle: http://websta.me/p/1082563935784131388_2064926013

Zelt aus bedruckbarem Karton – Idealer Werbeträger

Doch das Zelt hat noch einen weiteren Vorteil zu bieten, es lässt sich nämlich hervorragend bedrucken und als Werbeträger nutzen. Ideal für Firmen, die damit auf sich aufmerksam machen können. Werben, wo andere ungezwungen feiern – besser geht’s nicht. Gerade für Unternehmen, die eine junge Zielgruppe haben beziehungsweise ihrem Image eine jugendliche Frische verpassen möchten, liegen mit der Zeltwerbung genau richtig.

Zelt aus Karton

Bild: www.kartent.nl; Bildquelle: http://websta.me/p/1031258858805254919_2064926013

Wasser, marsch!

Um noch einmal zur Ausgangsfrage zurückzukommen. Selbstverständlich sind die Zelte gegenüber Wasser widerstandsfähig. Der Hersteller KarTent hat es laut eigenen Angaben höchstpersönlich getestet. Auch nach drei Tagen Dauerregen stand das Zelt noch da wie eine eins, vergleichbar mit einem gewöhnlichen Zelt. Hoffen wir, dass das umweltfreundliche Zelt Schule macht und viele (deutsche) Festivals darauf zurückgreifen.

Quellen:
www.kartent.nl

 


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