Erstellt am Montag, 12. Juni 2017 16:29 von Redaktion

Growing Paper – Samenpapier: Papier beim Wachsen zusehen

Die Halbwertszeit von Papier ist häufig nicht sehr hoch. Kaum ist der Brief oder die Postkarte gelesen, landen diese schon im Papierkorb. Eine Verschwendung wertvoller Ressourcen, wie zum Beispiel das für die Papierproduktion benötigte Wasser.

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Bildquelle: www.graphiline.com

Laut Süddeutscher Zeitung werden für ein DIN A4-Blatt zehn Liter Wasser verbraucht. Die Fachhochschule Kiel hat indes errechnet, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 48.000 Blatt A4-Papier pro Jahr verbraucht. Dieser Papierberg bringt stattliche 240 Kilogramm Gewicht auf die Waage. Wenn man nun die beiden Angaben multipliziert, sind das pro Einwohner 480.000 Liter Wasser im Jahr. Und zwar nur für Papier, nicht für das Badewannenwasser und nicht für Kochen, Klospülung etc.

Growing Paper: Papierblumen

Die in Châteaufort (Yvelines – Frankreich) ansässige Druckerei Global Print Solution hat aus der Not eine Tugend gemacht. Das Papier wird weggeworfen? Dann ab damit in den Garten! Einfach mit ein bisschen Erde bedecken, regelmäßig gießen und schon nach kurzer Zeit sprießt und gedeiht es, zum Beispiel hübsche Wildblumen oder schmackhafter Salat. Seit 2008 tüftelte Rémy Faisca, Geschäftsführer der Druckerei, an seinem Spezialpapier. Kompostierbares Papier gab es ja schon länger, aber ein Papier, das buchstäblich zum Leben erweckt wird, war eine echte Innovation. Seine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt, das sogenannte „Growing Paper“ (Samenpapier) wurde zum Kassenschlager und macht mittlerweile 80 Prozent des Umsatzes aus.

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Kunden sind sowohl Firmen als Privatleute. Wer statt Standard-Einladungskarten besagte Samenpapier wählt, wird bei seinen Gästen sicherlich lange im Gedächtnis bleiben. Für Firmen sind die Growing Paper-Karten hingegen eine kreative und nachhaltige Alternative zu klassischen Mailingaktionen. Es müssen übrigens nicht immer nur Postkarten und Grußkarten sein, auch Visitenkarten oder sogar Konfetti befinden sich im Growing Paper-Sortiment. Rechnungen wären prinzipiell ebenfalls eine gute Idee, nur leider gibt es da diese gesetzliche Aufbewahrungsfrist…

Samenpapier: Schichtarbeit

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Bildquelle: www.graphiline.com

Das Papier besteht aus zwei dünnen Schichten, zwischen welchen sich zahlreiche Samenkörner befinden. Damit das Pflanzergebnis später auch von Erfolg gekrönt ist, wird ein wasserlösliches und biologisch abbaubares Papier, mit einer Grammatur zwischen 60g/m2 verwendet, das sich aufgrund der eingearbeiteten Samen aber ehr wie ein  80g/m² Papier anfühlt. Die Samen sind übrigens auch von außen gut zu sehen, weshalb die Karten optisch einer Rauhfasertapete ähneln. Wer mit dem Gärtnern bestens vertraut ist, weiß, dass ein gewisser Pflanzabstand vonnöten ist. Auf einer Karte finden deshalb höchstens 200 Samenkörner Platz. Um welchen Samen es sich dabei handelt, kann der Kunde selbst entscheiden. Wer gerne kocht und isst, wählt zum Beispiel Karotten- oder Salatsamen. Wem Blumen das Liebste sind, entscheidet sich hingegen für Mohnblumen- oder Vergissmeinnicht-Samen. Auch Saisonbedingte Artikel sind im Portfolio: In der Weihnachtszeit kann beispielsweise auch Papier mit Tannensamen ausgewählt werden.

DIY: Samenpapier selbst machen

Samenpapier kann man übrigens auch ganz einfach selbst machen. Dazu braucht man nur altes Papier, wovon man ohnehin jede Menge zuhause hat, und Blumensamen – die gibt es günstig in jedem Baumarkt oder sogar im nächsten Supermarkt. Eine schöne Idee für ein wirklich individuelles Geschenk.

Samenpapier selbst gemacht – so geht’s

  • Altes unlackiertes Papier oder Karton (besonders gut eignen sich Eierkartons) in kleine Stücke reißen und mindestens eine Stunde in Wasser einweichen.
  • Anschließend mit einem Mixer oder Pürierstab zu einem Brei zerkleinern.
  • Überschüssiges Wasser in einem Sieb abtropfen lassen.
  • Den Samen-Papier-Brei auf einem Baumwolltuch ausrollen.
  • Nun die Samen (z.B. Wildblumensamen oder Kräutersamen) auf dem ausgerollten Brei verteilen und andrücken.
  • Trocknen lassen.
  • Nun aus dem getrockneten Papier mit einer scharfen Schere das gewünsche Motiv ausschneiden ausschneiden – Fertig!

Quellen:
– https://www.fh-kiel.de/index.php?id=13772
– https://www.graphiline.com/article/25999/un-imprimeur-transforme-papier-fleurs-legumes?utm_source=Graphiline-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte
– http://www.sueddeutsche.de/wissen/wasser-der-versteckte-verbrauch-1.174346-4
– http://grüneliebe.de/diy-geschenkidee-samenpapier-selbst-gemacht/

 


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