Erstellt am Freitag, 23. Juni 2017 10:53 von Redaktion

Die fabelhafte Welt der Papierveredelungen: Folienkaschierung

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‚Kaschieren‘ – laut Duden stammt das Wort aus dem Französischen und bedeutet  ‚verdecken‘ oder ‚verbergen‘. Im Druckwesen, zu welchem wir als Onlinedruckerei ja zählen, bedeutet ‚kaschieren‘ hingegen ‚überkleben‘. Und hier kommen wir dem Kern der Sache schon näher, denn bei der Folienkaschierung wird tatsächlich etwas überklebt und zwar mit einer hauchdünnen, transparenten Kunststofffolie. Was dabei in den Genuss der Cellophanierung kommt, wie die Kaschierung noch genannt wird, ist variabel: von Visitenkarten über Flyer bis zu Getränkekarten.

Druckveredelung mittels Kaschierung

Doch warum überhaupt die Kleberei beziehungsweise Kaschiererei? Was bringt das Ganze? Die Folienkaschierung Kunststoff hat zwei große Vorteile zu bieten. Vorteil Nummer 1: Die Folie schützt das jeweilige Druckprodukt und macht es haltbarer. Vorteil Nummer 2: Die Folie fühlt sich angenehm an und eignet sich hervorragend für Werbezwecke. Eine Kaschierung verbindet somit das Angenehme mit dem Nützlichen. Denn was sich gut anfühlt, wird häufig und gerne in die Hand genommen und was häufig und gerne in die Hand genommen wird, muss besonders robust sein.

Schon allein durch die zusätzliche Schicht gewinnen die Flyer, Visitenkarten, Broschüren, Bücher, Magazine etc. an Stabilität. Darüber hinaus bietet die Cellophanierung einen guten Schutz vor äußeren Einflüssen wie zum Beispiel Feuchtigkeit, Schmutz und Abrieb. Die veredelten Druckprodukte reißen, verkratzen und verknicken weniger und die Farben verblassen ebenfalls nicht so schnell.

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Folienkaschierung Maschine: Wie kommt die Folie aufs Papier?

Die hauchdünnen Folien bestehen aus Kunststoff, in der Regel aus Polypropylen, Acetat, Polyester oder Polyethylen. Die Folie wird von einer großen Rolle abgewickelt und wird nach dem Druck auf die jeweiligen Printprodukte aufgebracht. ‚Druck‘ ist hier übrigens das Stichwort, denn die Folie wird mithilfe von Klebstoff und Druck aufs Papier beziehungsweise auf den Karton aufgeklebt. Im Anschluss daran bilden Papier und Folie eine untrennbare Einheit.

Es gibt mehrere Arten der Kaschierung: Bei der Nasskaschierung muss der viskose Klebstoff zuerst noch auf die Folie aufgetragen werden, natürlich nicht von Hand, sondern mit einer Leimwalze. Durch die zugeführte Wärme (65 Grad) verdunsten die im flüssigen Kleber vorhandenen Lösungsmittel beziehungsweise bei Dispersionsklebstoffen das Wasser. Danach wird die Folienkaschierung Kunststoff mit einer Druckwalze auf den Papierbogen gepresst. Bei der Thermokaschierung ist die Folie bereits mit einem thermoaktiven Klebstoff vorbeschichtet, welcher auf Wärme und Druck reagiert. Der Klebevorgang entfällt somit. Wer also Zeit sparen möchte, wählt demnach Variante zwei. Dafür ist die Thermokaschierung um circa 2/3 teurer als die Nasskaschierung. Daneben gibt es noch die Kaltfolienkaschierung.

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Tipps & Tricks

Was für beide Folien gilt: gestrichene Papiere mit einer glatten Oberfläche eignen sich am besten. Der Klassiker: Bilderdruckpapier. Manche wählen jedoch bewusst, ungestrichene Papiere, was zwar interessant aussehen kann, im schlechtesten Fall aber auch einfach nur unschön. Von Naturpapier ist hingegen gänzlich abzuraten. Das verwendete Papier sollte außerdem mindestens 80 Gramm pro Quadratmeter auf die Waage bringen, denn bei einem zu dünnen Papier besteht die Gefahr, dass sich dieses aufgrund der vergleichsweise schweren Beschichtung rollt. Die maximale Dicke sollte 800 g/m2 nicht überschreiten. Meistens wird die Cellophanierung beim Bogendruck eingesetzt.

Dass die Druckfarbe vor dem Aufbringen der Folie absolut trocken sein muss, versteht sich von selbst, zumindest wenn man vermeiden möchte, dass die Farbe verschmiert. Man kann seine Drucksachen sowohl einseitig als auch beidseitig folienkaschieren, ein beidseitiger Folienüberzug schützt jedoch doppelt so gut. Mit der Weiterverarbeitung, zum Beispiel mit dem Falzen oder Rillen, sollte man sich ein wenig Zeit lassen. Zwölf Stunden Geduld sollte man schon aufbringen. Wer jedoch alles richtig macht, wird mit einem tollen Ergebnis belohnt. Generell ist die Folienkaschierung zwar teurer als ein Lack, hat in puncto längerer Haltbarkeit allerdings die Nase vorn.

Verschiedene Folienveredelungen

Die Folien werden sowohl in Matt als auch in Glänzend angeboten. Auch hier gilt die Devise: eine Folienkaschierung matt wirkt edel, eine Folienkaschierung glänzend lässt die Farben strahlen. Es gibt aber unter den Folien auch echte Effekthascher, wie zum Beispiel Silberglanzfolien (Metallic-Folien) oder sogenannte Diffraktionsfolien mit extravaganten Prisma-Effekten. Solche Effekthascher werden gerne im höheren Preissegment eingesetzt, etwa bei Parfum-, Schmuck- oder Autoherstellern. Auch sehr beliebt: die Soft-Touch-Folie – natürlich wegen ihrer besonderen Haptik.

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Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, was es mit der Haptik auf sich hat, sollten Sie unbedingt einen Blick auf diesen Blogartikel werfen: Haptik: „Die Hände lesen mit“


Einsatzgebiete

  • Visitenkarten
  • Flyer
  • Folder
  • Grußkarten und Postkarten
  • Broschüren, Magazine und Bücher
  • Kataloge
  • Mappen
  • Verpackungen

Die Vorteile

  • angenehme Oberfläche
  • macht das Druckprodukt robuster
  • sorgt für eine lange Haltbarkeit
  • vielfältig einsetzbar
  • auch extravagante Sonderfolien erhältlich
  • Edellook und Edelhaptik

Bei uns können Sie:

 

Quellen:
– www.duden.de
– https://www.mediencommunity.de/content/kaschieren#1
– http://www.veredelungslexikon.htwk-leipzig.de/de/veredeln-durch-fuegen/folienkaschieren/
– https://de.wikipedia.org/wiki


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