Erstellt am Freitag, 12. Mai 2017 16:05 von Redaktion

Die schönste Banknote der Welt

Die Schweiz ist ein wahrlich schönes Land: Berge, so weit – beziehungsweise so hoch – das Auge reicht, tiefste Seen und atemberaubende Gletscher. Da verwundert es nur wenig, dass die Eidgenossen auch großen Wert auf ästhetisch anspruchsvolle Geldscheine legen. Schließlich wird den Schweizern ja häufig ein inniges Verhältnis zum Geld unterstellt.

Preisgeld: Bank Note of the Year Award für die schönste Banknote

Die Schweiz darf sich in diesem Jahr über die Nominierung „Bank Note of the Year Award 2016“ freuen und setzte sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen starke Konkurrenten, wie zum Beispiel Großbritannien (schottische 5-Pfundnote) oder Argentinien (500-Peso-Note) durch. Letztlich konnte das grüne Schweizer 50er-Nötli die internationale Jury am meisten überzeugen. Zweifelsohne, der Geldschein ist eine echte Naturschönheit. Und Deutschland beziehungsweise der Euro? Hat bislang leider noch nie gewonnen. Die 50-Franken-Note wird von der Schweizerischen Nationalbank herausgegeben.

Das Design? Pusteblume!

Wo sonst in der Regel die Porträts berühmter Frauen und Männer beziehungsweise Bauwerke auf dem Papier prangten, ist auf dem Schweizer Schein eine Hand zu sehen, die nach einem Löwenzahn greift. Auf der Rückseite der Banknote schwebt hingegen ein Gleitschirm vor einem Bergpanorama entlang. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite spielt das Thema Wind eine zentrale Rolle. Wer hat’s erfunden? Was für eine Frage, eine Schweizerin natürlich! Das Design stammt von der Schweizer Grafikerin Manuela Pfrunder. Noch ein paar Fakten: Der neue Geldschein ist 70 x 137 mm groß und wurde am 12. April 2016 das erste Mal in Umlauf gebracht.

schönste Banknote der Welt, Bank Note of Year Award, Schweiz, Design

Bildquelle: https://www.theibns.org/bnoy2016/

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Bildquelle: https://www.theibns.org/bnoy2016/

Wer steckt dahinter?

Der „Bank Note of the Year Award“ wird jedes Jahr von Neuem verliehen. Ins Leben gerufen wurde der Wettbewerb von der 1961 gegründeten International Bank Note Society (IBNS). Deren Mitgliederzahl beläuft sich mittlerweile auf 2.000 Menschen aus mehr als 90 Ländern. Wie bereits erwähnt, war das Wahlergebnis in diesem Jahr äußerst knapp. Die Malediven, Argentinien und Schottland (kennen Sie schon unseren „Fiver“-Artikel ?) waren der Schweiz dicht auf den Fersen. Doch am Ende konnten sich die Eidgenossen mit einem kleinen Vorsprung durchsetzen. 2016 wurden weltweit 120 neue Banknoten unter die Leute gebracht, mehr als die Hälfte davon genügte den hohen Ansprüchen der IBNS und durfte an der Wahl „teilnehmen“.

Die wichtigsten Kriterien bei der Vergabe des Preises: Die Banknoten müssen über künstlerische Aspekte und/oder innovative Sicherheitsstandards verfügen und im Jahr des Wettbewerbs – in diesem Fall 2016 – in Umlauf gebracht werden. Denn was nützt der schönste Geldschein, wenn er sich in nullkommanix auf dem Farbkopierer vervielfältigen lässt oder schon nach wenigen Tagen Gebrauch aussieht, als hätte er bereits Jahre auf dem Buckel. Dass so etwas nicht passiert, dafür sorgt die Orell Füssli Sicherheitsdruck AG aus Zürich.

Wer es genauer wissen möchte, zum Beispiel welche besondere Bedeutung der Wind dabei spielt, schaut sich am besten das von der Schweizerischen Nationalbank veröffentlichte siebenminütige Video an:

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=sP60PgxbE5Y

Interessante Fakten zum Schweizer Franken

1 Schweizer Franken kostet ungefähr soviel wie 1 Dollar und knapp 90 Euro-Cent. Dass die Lebensdauer einer Banknote vor allem von ihrem Format abhängt, hätten sicherlich die wenigsten vermutet. Eine kleinformatige 20-Franken-Note ist zum Beispiel nach ungefähr einem 1 Jahr nicht mehr zu gebrauchen, eine 200-Franken-Note hingegen erst nach circa 3 Jahren und eine großformatige 1000-Franken-Note kommt da schon auf eine Lebenszeit von mehr als 6 Jahren. 2003 brachte die Schweizerische Nationalbank (SNB) 120 Millionen neuer Banknoten in Umlauf (Nominalwert: 8,6 Milliarden Franken) und zog gleichzeitig 115,2 Millionen beschädigter Noten aus dem Verkehr (Nominalwert: 9 Milliarden Franken). Die SNB hat somit mehr neue Geldscheine mit einem insgesamt niedrigeren Nominalwert in Umlauf gebracht. 2007 befanden sich circa 291 Millionen Banknoten im Umlauf.

Sicherheit, Handhabung und schöner Schein

Eine Schweizer Banknote muss drei Voraussetzungen erfüllen. Das Wichtigste ist natürlich das Thema Sicherheit. Aus diesem Grund sind Schweizer Geldscheine auch nur äußerst schwer zu fälschen. Ebenfalls wichtig ist die Handhabung. Ein Geldschein ist schließlich kein Designstück, das man sich in die Wohnung hängt, sondern ein Alltagsgegenstand. Eine lange Haltbarkeit ist somit ein Muss. Darüber hinaus muss auf den ersten Blick klar sein, welchen Schein man gerade in der Hand hält, das heißt, diese müssen untereinander gut unterscheiden (der neue 50er ist zum Beispiel in der Farbe grün gestaltet). Der letzte Aspekt ist eine ansprechende Optik. Wie wir jetzt bereits gelernt haben, hat sich dieser im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt.

Quellen:
– http://www.print.de/News/Weitere-News/INnUP-praesentiert-das-groesste-Rubbellos-der-Welt
– http://www.sueddeutsche.de/wissen/rubbellose-vergiss-den-fingernagel-1.633873
– https://de.wikipedia.org/wiki/Rubbellos


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