Erstellt am Mittwoch, 4. Januar 2017 14:00 von Redaktion

Der Buchdruck: Immer in Bewegung

Buchdruck bewegliche Lettern

Johannes Gutenberg (1400–1468), richtiger Name Johannes Gensfleisch, gilt für viele als der Erfinder des Buchdrucks. Doch war er das wirklich? Die geniale Idee, mithilfe von beweglichen Lettern Texte zu drucken, wurde nämlich bereits über 400 Jahre zuvor geboren und in die Tat umgesetzt.

Buchdruck in China

Ein gewisser Herr Bi Sheng hat zwischen 1041 und 1048 den sogenannten Mobilletterndruck erfunden. Seine Lettern bestanden zwar nicht aus Blei, wie es beim Buchdruck von Gutenberg später der Fall war, sondern aus gebranntem Ton. Und da wir uns im damaligen Kaiserreich befinden und nicht in Mainz, bekam nicht jeder Buchstabe einen eigenen Druckstempel, sondern jedes einzelne Schriftzeichen. Sein Landsmann Herr Wáng Zhēn (1260–1330) griff zwei Jahrhunderte später auf bewegliche Holzlettern zurück. Beide Männer ereilte jedoch das Schicksal vieler Erfinder, sie waren ihrer Zeit voraus und ihre im Grunde revolutionären Erfindungen gerieten in Vergessenheit.

Buchdruck Bi Sheng

Bildquelle: http://www.graphiline.com/article/24523/un-inventeur-chinois-fabriquait-premiers-caracteres-mobiles?utm_source=Graphiline-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte

Buchdruck in Korea

Die Koreaner verfeinerten Bi Shengs Technik und verwendeten statt des von ihm benutzten Tons robustes Metall. Mit dem Prägen von Münzen kannten sie sich bereits bestens aus, so lag es nahe, für die beweglichen Lettern ebenfalls auf Metall zurückzugreifen. Im November 2015 wurden bei Ausgrabungen in Kaesong in Nordkorea zwei solcher Lettern entdeckt. Die Ausgrabungsstätte befand sich in der Nähe eines ehemaligen königlichen Palastes.

Das erste Buch

Das weltweit erste Buch, das gänzlich mit Metalllettern gedruckt wurde, trägt den schönen Namen ‚Jikji‘. Die buddhistische Anthologie wurde 1377 gedruckt, also immer noch fast acht Jahrzehnte vor dem Druck der weltberühmten Gutenberg-Bibel. Es ist übrigens das älteste, noch erhaltene Buch dieser Druckart. Das Buch – oder eher Büchlein – besteht aus 38 Seiten, misst 24,6 cm x 17 cm und kann heute noch bewundert werden. Es ist in der Bibliothèque nationale de France (BnF) ausgestellt und wurde 2001 von der UNESCO ins Weltdokumentenerbe „Memory of the World“ aufgenommen – genau wie die Gutenberg-Bibel.

Jikji Buchdruck erstes Buch

Bildquelle: http://www.graphiline.com/article/24522/jikji-premier-livre-imprime-monde-caracteres-mobiles?utm_source=Graphiline-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte

Fazit

Gutenberg ist zwar nicht der Erfinder des Buchdrucks an sich, aber er gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks und als Wegbereiter der industriellen Buchproduktion. Das Time-Life Magazin kürte „seine Erfindung“ im Jahr 1997 zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends. Das ist doch mal was. Für alle Interessierten: In unserem fränkischen Heimatort Schweinfurt, im Museum Otto Schäfer, befindet sich ein Fragment der Gutenberg-Bibel.

Buchdruck Druck Gutenberg Gutenberg-Bibel

Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Buchdrucks#/media/File:Gutenberg_Bible,_Lenox_Copy,_New_York_Public_Library,_2009._Pic_01.jpg


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Quellen:
– http://www.graphiline.com/article/24523/un-inventeur-chinois-fabriquait-premiers-caracteres-mobiles?utm_source=Graphilinehttp://gutenberg.de/mainz/index.php-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte
– http://www.graphiline.com/article/24522/jikji-premier-livre-imprime-monde-caracteres-mobiles?utm_source=Graphiline-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte
– http://www.graphiline.com/article/24552/une-carte-17e-siecle-retrouvee-une-cheminee-incroyable-restauration?utm_source=Graphiline-Hebdo&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter&utm_content=lien-article-texte
– http://gutenberg.de/mainz/index.php
– http://www.planet-wissen.de/technik/werkstoffe/papier/
– https://de.wikipedia.org


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