Erstellt am Dienstag, 29. März 2016 10:00 von Redaktion

Blackbox zum Lesen: das Story Pod

Seit Kurzem können die Einwohner in Newmarket, Kanada, ihre Mittagspause in einem Buch verbringen. Das Architekturbüro Atelier Kastelic Buffey (AKB) hat nämlich einen begehbaren, schwarzen Kubus entworfen – das Story Pod – welcher sich wie die Seiten eines Buches öffnen und schließen lässt. Das Konzept einer mobilen Bibliothek ist zwar nicht wirklich neu, die Umsetzung ist es jedoch allemal. Oder haben Sie Ihren Kollegen schon einmal sagen können, Sie hätten Ihre heutige Mittagspause in einem Buch verbracht?

 

Story Pod, Mobile Bibliothek
Bildquelle: © Shai Gil, Bild unter www.ilikearchitecture.net/2016/01/the-story-pod-by-atelier-kastelic-buffey/

Bibliophiles Tauschgeschäft im Story Pod

Und so funktioniert’s: Man geht hin, schnappt sich dort ein Buch seiner Wahl, liest es gleich dort, zum Beispiel auf einer der gemütlichen Holzbänke, oder nimmt es mit nach Hause und bringt dieses später wieder zurück. Die Bücher sind also ständig im Umlauf. Und wer sich zum hundertsten Mal ein Buch gekauft hat und vermeiden möchte, dass seine Wohnung irgendwann voller Bücher steht, stellt dieses nach dem Durchlesen einfach in eines der Regale des Story Pod. So profitieren letztlich alle davon.

Story Pod, Mobile Bibliothek
Bildquelle: © Shai Gil, Bild unter www.ilikearchitecture.net/2016/01/the-story-pod-by-atelier-kastelic-buffey/


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Ästhetisch und funktional

Das Design der mobilen Bücherei könnte nicht reduzierter sein. Die schlichte Form, in Verbindung mit den schwarzen Lamellen, wirkt kompakt und minimalistisch. Designfreunde werden mit dem 2,4 x 2,4 x 3 Meter großen Story Pod ihre wahre Freude haben. Der Lesewürfel überzeugt sowohl in ästhetischer als auch in funktionaler Hinsicht. Die Architekten des in Toronto ansässigen Atelier Kastelic Buffey konnten aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen. In der Vergangenheit hatten sie bereits eine Skihütte gestaltet und dass diese nichts mit einer klassischen Alpenvereinshütte gemein hat, versteht sich von selbst. Wie so oft im Leben war auch damals die Zeit knapp bemessen wie auch das Geld – genau wie beim Story Pod.

Story Pod, Mobile Bibliothek
Bildquelle: © Bob Gundu, Bild unter www.ilikearchitecture.net/2016/01/the-story-pod-by-atelier-kastelic-buffey/

Es werde Licht

Am Abend hat die das Story Pod geschlossen. Doch der Lesewürfel hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel, die auf dem Dach angebrachte Solaranlage. Denn diese liefert den Strom für die LED-Lampen, welche den kompletten Kubus beleuchten. Das hört sich weitaus weniger spektakulär an als es ist, denn in der Nacht leuchtet das Story Pod strahlend hell wie eine überdimensionierte Laterne. So wird aus der schwarzen Box eine Lichtinstallation der besonderen Art und könnte glatt in einer Galerie stehen.

Story Pod, Mobile Bibliothek
Bildquelle: www.akb.ca

Alles, außer kompliziert

Im Gegensatz zur normalen Bücherei ist der Besuch der mobilen Bibliothek kostenlos. Und eine vorherige Registrierung ist ebenfalls nicht nötig. So kann jeder, der spontan Lust verspürt, sich ein Buch auszuleihen und in einer vom Design inspirierten Atmosphäre zu lesen, auf seine Kosten. Durch diese Spontaneität erreicht man auch Menschen, denen der Aufwand eine Bibliothek aufzusuchen, zu groß ist und fördert somit das Lesen. Einziger Wermutstropfen: Im Winter hat das Story Pod leider geschlossen.

Und hier ein Video:


Videoquelle: http://www.newmarket.ca/thingstodo/pages/holliswealth-story-pod.aspx

Quellen:
www.akb.ca
www.detail.de/blog-artikel/begehbares-buch-story-pod-von-akb-architecture-26533/
www.newmarket.ca
www.ilikearchitecture.net/2016/01/the-story-pod-by-atelier-kastelic-buffey/

 


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