Erstellt am Mittwoch, 13. Juli 2016 10:26 von Redaktion

Aus Papier wird Plastik: der neue „Fiver“

Großbritannien bekommt Zuwachs. Dieses Mal nicht innerhalb der königlichen Familie, sondern in puncto Banknoten. Am 13. September 2016 wird die Bank of England nigelnagelneue Fünf-Pfund-Scheine einführen, welche aus Polymer, einem Kunststoff, bestehen. Ein Novum, denn seit 300 Jahren wurde ausschließlich auf Papier zurückgegriffen. 440 Millionen sogenannte „Fiver“ mit einem Wert von insgesamt 2,2 Milliarden Pfund wurden bereits gedruckt.

Fiver

Bildquelle: http://www.thenewfiver.co.uk/

 

Zerreißprobe

Bei Polymer handelt es sich um eine dünne, flexible Kunststoff-Folie, die weitaus robuster, reißfester und hygienischer als herkömmliches Banknotenpapier ist. Wasser perlt ab, Schmutz lässt sich leicht abwischen und zusammengeknüllte Geldscheine werden nach dem Auffalten wieder schön glatt. Zahlt sich aus: Die neuen Noten sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, dafür erhöht sich die Haltbarkeit um das Zweieinhalbfache. Falls das gute Stück zum Beispiel aus Versehen einmal in der Waschmaschine landet, übersteht es auch diese Extrabehandlung – inklusive Schleudergang – ohne Probleme. Sogar die Umwelt profitiert von den neuen Geldscheinen. Durch die längere Haltbarkeit müssen diese dementsprechend weniger ausgetauscht werden, was wertvolle Ressourcen spart. Und falls es irgendwann doch einmal an der Zeit ist, adieu zu sagen, wird der Fiver ganz einfach recycelt. So einfach ist das.

Videoquelle: https://www.youtube.com/watch?v=1_fUKDmI8bU

Doch nicht nur das Material unterscheidet sich, auch das Format, denn die neuen Geldscheine sind 15 Prozent kleiner als die bisherigen. Darüber hinaus sind die Fiver mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, welche Fälschern das Leben schwermachen. Wenn man zum Beispiel den Geldschein ein wenig neigt, verändert sich in einem bestimmten Bereich die Farbe und wechselt von Lila zu Grün. Der aufgedruckte ‚Elizabeth Tower‘ erstrahlt auf einer Seite gold und auf der anderen Seite silberfarben. Kleine Information am Rande: Wussten Sie, dass nicht der Uhrturm selbst ‚Big Ben‘ heißt, sondern nur die schwerste der fünf Glocken? Der Turm selbst hieß bis 2012 ‚The Clock Tower‘. Im September desselben Jahres wurde dieser zu Ehren des 60. Thronjubiläums von Königin Elizabeth II. in ‚Elizabeth Tower‘ umbenannt. Die auf dem Geldschein aufgedruckte Krone hat sowohl einen 3-D- als auch einen Regenbogeneffekt.


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Schöner Schein

Wer sich ein genaues Bild vom neuen Geldschein machen möchte, kann dies hier tun. Einfach den folgenden Link klicken, nach unten scrollen, den Regler betätigen und die neue Banknote von allen Seiten bewundern.

Link: http://www.thenewfiver.co.uk

Alles hat zwei Seiten: genau wie der neue Fiver

Auf der Vorderseite ist kein Geringerer – beziehungsweise keine Geringere – als Queen Elizabeth II. höchstpersönlich zu sehen. Auf der Rückseite ist das Porträt des ehemaligen Premierministers – und Literaturnobelpreisgewinners – Sir Winston Leonard Spencer-Churchill aufgedruckt; oder kurz: Winston Churchill. Der herausragendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts hatte sein Land durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs geführt. Daneben ist sein berühmter Leitspruch zu lesen: „I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat.“ (auf Deutsch: „Ich habe nichts anzubieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß!“) Im Hintergrund befindet sich der Elizabeth Tower, welcher 15 Uhr anzeigt. Am 13. Mail 1940 um Punkt 15 Uhr hielt Churchill seine Parlamentsrede, welcher das oben aufgeführte Zitat entnommen ist. Ganz oben auf dem Fiver ist das Labyrinth von Blenheim Palace aufgedruckt. Blenheim Palace zählt zu den größten und bekanntesten Schlössern Englands. Und in diesem erblickte Winston Churchill im Jahre 1874 das Licht der Welt.

Blick hinter die Kulissen

Wie die Produktion bei der britischen Druckerei De La Rue – dem größten privaten Hersteller von Banknoten und Sicherheitsdokumenten – vonstattengeht, sehen Sie in diesem Video:

Videoquelle: www.youtube.com/watch?v=eRbKkfkAH2s

Interessante Fakten

Laut der Bank of England wurden im letzten Jahr sage und schreibe 21.835 Scheine aufgrund von irreparablen Beschädigungen ersetzt. Die Gründe? Sehen Sie am besten selbst:

– 10.761 waren zerrissen
– 5.364 waren angebissen
– 2.912 waren verschmutzt
– 1.801 wurden gewaschen
– 997 wurden durch Feuer beschädigt

Weitere Scheine sollen folgen

Kunststoffgeldscheine sind nicht neu. Bereits 30 Länder greifen darauf zurück, wie zum Beispiel Australien, Mexiko und Neuseeland. Auch in Großbritannien sollen weitere Scheine folgen. Im nächsten Jahr sind etwa die Zehn-Pfund-Noten an der Reihe. Dieses Mal jedoch nicht mit einem Staatsmann, sondern mit einer Schriftstellerin: Jane Austen. Weltberühmt für ihre Romane „Emma“, „Stolz und Vorurteil“, „Verstand und Gefühl“ etc. 2020 soll es außerdem eine neue 20-Pfund-Note mit dem Porträt des britischen Malers William Turner geben.

Quellen:
www.graphiline.com
www.thenewfiver.co.uk
www.wikipedia.de

 


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